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 Dezember 2009

Zurück in die Rock-Zukunft

25 Jahre Hot Rod Gang: Neue CD und Jubiläumskonzert
 Zurück in die Rock-Zukunft
So lange haben es nicht mal Motörhead in einer Besetzung ausgehalten: Wenn das Fürther Rockabilly-Urgestein The Hot Rod Gang an diesem Samstag um 20.30 Uhr zur «Großen Silberhochzeit»-Jubiläumsparty ins Kulturforum (Würzburger Straße 2) lädt, dann wird da eine musikalische Ehe auf die Bretter treten.

Dass Gus, Rex und Ted tatsächlich 25 Jahre lang Studio und Bühne miteinander teilen würden in guten wie in schlechten Tagen, war bei Gründung der Gang 1984 im Rahmen eines Theaterstücks nicht absehbar. Doch nach neun Studioalben und fast 1000 Konzerten hat das Trio längst seine Balance zwischen der Rock’n’Roll-Glitzer-Traumwelt und dem harten Alltag in Fürth gemeistert.

Pünktlich zum 25. Bandjubiläum liegt nun ein neuer Tonträger der Bande vor. «Silver Wedding» bündelt neben eigenen Beiträgen eine Auswahl Lieblingslieder der Hot Rod Gang, darunter Tom Jones’ «Sexbomb», das von den Blues Brothers bekannte «Rawhide» und eine wunderbare Version des «Mercury Blues».

Auf 13 Nummern sitzt der Hüftschwung wie am ersten Tag: Flotter, zeitlos pomadiger Rock’n’Roll, der einen vom ersten Ton an auf eine Zeitreise à la «Zurück in die Zukunft» entführt. Hier sind die Jungs noch cool, die Mädchen apart - und kein Gitarrensolo dauert länger als der Gang zum Bierchen im Eisgrab des Kühlschranks. Herzlichen Glückwunsch! gnad

Feature in den Fürther Nachrichten im Oktober 2004:

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Besprechung 20th Anniversary Party, FN, Dezember 2004:

NN/FUERT/FEUI/FEUI1 - Mo 13.12.2004 KULTUR FÜRTH

Zwanzig Jahre und kein bisschen leise

Die Hot Rod Gang bringt beim Jubiläumskonzert das Kulturforum zum Kochen

Klirrende Kälte setzt ja so mancher Autobatterie zu. Wenn sie dann noch 20 Jahre auf dem Buckel hat, kommt der Motor bei Minusgraden meist nur stotternd oder gar nicht in Gang. Ein Problem, mit dem sich die drei Hot Rods Rex, Ted und Gus überhaupt nicht rumschlagen müssen.

Ihr heißer Schlitten steckt auch nach 20 Jahren noch voller Energie und Kraft: Und so zündet die Hot Rod Gang bei ihrem Jubiläumskonzert im Kulturforum vom Start weg ein echtes Rock-'n'-Roll-Feuerwerk, wie es dort leider nicht mehr häufig passiert.

Dort in der Rinderschlachthalle des ehemaligen Schlachthofs, wo einst in einer kurzen Übergangsphase die Diskothek »BBC« mit New-Wave- und Indieklängen die Wände wackeln ließ, die »Shiny Gnomes« eines ihrer denkwürdigsten Konzerte gaben und in einer bunten Grand-Prix-Nacht dem Schlagerchaoten Guildo Horn gehuldigt wurde, genau dort geben nun die drei Musiker der Hot Rod Gang mächtig Gas und führen ihre zahlreichen Fans durch die zwanzigjährige Bandgeschichte. Dabei werden sie auch von etlichen Weggefährten wie Chrissie the Cat oder Lothar Schrems auf der Bühne unterstützt.

Vitale Spielfreude

Im mächtigen Holzbauch des Double-Bass wird diese Wehmut mit voller Wucht durcheinandergewirbelt, von Rockabilly-Harmonien zersetzt und als pure Spielfreude und allerbeste Rock-'n'-Roll-Laune wieder ausgespuckt. Ja, die drei Jungs haben und machen wirklich Spaß.

Geschmeidig und präzis zupft Gus seinen Viersaiter, traumwandlerisch sicher entlockt Ted  seiner roten Gitarre in bester Duane-Eddy-Manier wunderbare Melodiebögen, während Schlagzeuger Rex für den nötigen Groove sorgt. Versetzt mit Rock, Blues und Country klingt der Rockabilly-Sound der Hot Rods auch nach 20 Jahren frisch und unverbraucht. Die drei Geburtstagskinder feiern mit ihren neuen und alten Freunden eine wahrlich ausgelassene Rock-'n'-Roll-Party. Alte Gassenhauer wie »Johnny B. Goode«, »Little Sister« oder »King Creole« wechseln sich mit Eigenkompositionen wie die Johnny-Cash-Hommage »Shivers down my Spine« ab und lassen kein Bein mehr still stehen.

Schade nur, dass das Konzert der Hot Rod Gang wohl eine Ausnahme bleiben wird, wurde die Sparte Rock-Pop doch seit dem Umbau von den Programmmachern des Kulturforums zum Leidwesen der vielen fränkischen Rockfans vollkommen ausgeklammert. So müssen wir wohl noch fünf Jahre warten bis zur Silberhochzeit der Hot Rods und derweil in die Nachbarstadt ausweichen.

sir